Bauschaden-Atlas Creußen

Welche Bauschäden auftreten, hängt in Creußen stark vom Stadtteil ab. Der Grund ist die Bauepoche. Ein Gründerzeit-Altbau versagt an anderen Stellen als eine Siedlung der 1970er Jahre oder ein Neubaugebiet der 1990er. Dieser Atlas fasst zusammen, welche Bausubstanz in welchem Stadtteil von Creußen dominiert und welche Schäden dort typischerweise auftreten.

Die Angaben dürfen mit Quellenangabe zitiert werden. Stand: Juli 2026.

Bauepochen und Schäden in Creußen im Überblick

StadtteilBauepocheBausubstanzHäufigster Schaden
AltstadtMittelalterliche Befestigung, Bausubstanz des 17. bis 19. Jahrhunderts, Wiederaufbau nach dem Brand von 1893Der Kern liegt innerhalb der von 1358 bis 1361 errichteten Stadtbefestigung, von der Hinteres Tor, Malefizturm und Markusturm erhalten sind. Prägend sind die Stadtkirche St. Jakobus von 1700 und das Alte Rathaus von 1360, nach 1477 wiederaufgebaut. Der Stadtbrand von 1893 zerstörte große Teile von Marktplatz, Toren und Habergasse, entsprechend stammt viel Bausubstanz aus dem Wiederaufbau danach: verputzte Massivbauten mit Bruchsteinsockeln und Gewölbekellern, teils mit Fachwerk in den Obergeschossen.Aufsteigende Feuchte und Salzausblühungen im Innenputz der Erdgeschosse, weil in Altbestand und Wiederaufbau nach 1893 eine Horizontalsperre fehlt
LindenhardtKirchdorf mit Substanz des 15. bis 19. Jahrhunderts, Wohnbebauung der NachkriegszeitGrößerer Ortsteil, bekannt durch die Kirche St. Michael mit dem Grünewald-Altar. Um die Kirche liegen Hofstellen und Wohnhäuser aus verputztem Bruchstein, teils mit Fachwerk in den Giebeln, dazu Scheunen und Stadel. Am Ortsrand stehen Ein- und Zweifamilienhäuser der Nachkriegsjahrzehnte.Aufsteigende Feuchte und Salzbelastung im Sockelmauerwerk der Kirche mit Schäden an Putz und Ausstattung
GottsfeldLändliche Bausubstanz des 18. und 19. Jahrhunderts, jüngere WohnhäuserLandwirtschaftlich geprägter Ortsteil nördlich der Kernstadt. Bestimmend sind ehemalige Hofstellen mit Wohnstallhäusern, Scheunen und Stadeln aus verputztem Bruchstein und hölzernen Tragwerken, dazu einzelne Wohnhäuser jüngeren Datums.Durchfeuchtete Bruchsteinwände in ehemaligen Stallteilen mit früherem Erdanschluss und Salzeintrag aus der früheren Nutzung
SeidwitzDorfkern des 19. Jahrhunderts, Wohnbau ab den 1960er JahrenOrtsteil östlich der Kernstadt am Roten Main. Gewachsener Kern mit verputzten Bruchsteinhäusern und ehemaligen Hofstellen, daran anschließend Ein- und Doppelhäuser der Nachkriegsjahrzehnte in Massivbauweise.Feuchte Keller und durchnässte Bodenplatten in der Aue des Roten Mains, wo der Grundwasserstand hoch steht
NeuenreuthLändliche Bausubstanz des 18. und 19. Jahrhunderts, Wohnbebauung der NachkriegszeitKleiner, landwirtschaftlich geprägter Ortsteil nordöstlich der Kernstadt. Bestimmend sind Hofstellen mit Wohnstallhäusern und Stadeln aus Bruchstein mit hölzernen Dachtragwerken, dazu wenige Wohnhäuser der Nachkriegszeit.Staunässe und drückendes Wasser an Kellerwänden, weil der bindige Tonuntergrund Sickerwasser staut
GroßweiglareuthDörflicher Bestand des 18. und 19. Jahrhunderts, jüngere WohnhäuserOrtsteil südlich der Kernstadt. Landwirtschaftlich geprägter Kern mit ehemaligen Hofstellen aus verputztem Bruchstein, Scheunen und Stadeln, dazu einzelne Wohnhäuser der Nachkriegsjahrzehnte. Die Lage ist leicht erhöht und schlagregenbelastet.Schlagregendurchfeuchtung der Wetterseiten mit Putzrissen, Hohlstellen und Algenbewuchs

Die Stadtteile im Einzelnen

Welche Bauschäden sind in Altstadt typisch?

In Altstadt dominiert Der Kern liegt innerhalb der von 1358 bis 1361 errichteten Stadtbefestigung, von der Hinteres Tor, Malefizturm und Markusturm erhalten sind. Prägend sind die Stadtkirche St. Jakobus von 1700 und das Alte Rathaus von 1360, nach 1477 wiederaufgebaut. Der Stadtbrand von 1893 zerstörte große Teile von Marktplatz, Toren und Habergasse, entsprechend stammt viel Bausubstanz aus dem Wiederaufbau danach: verputzte Massivbauten mit Bruchsteinsockeln und Gewölbekellern, teils mit Fachwerk in den Obergeschossen. aus der Zeit Mittelalterliche Befestigung, Bausubstanz des 17. bis 19. Jahrhunderts, Wiederaufbau nach dem Brand von 1893. Der häufigste Schaden ist aufsteigende Feuchte und Salzausblühungen im Innenputz der Erdgeschosse, weil in Altbestand und Wiederaufbau nach 1893 eine Horizontalsperre fehlt. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Aufsteigende Feuchte und Salzausblühungen im Innenputz der Erdgeschosse, weil in Altbestand und Wiederaufbau nach 1893 eine Horizontalsperre fehlt
  • Verdecktes Fachwerk in den Obergeschossen mit Schwellenfäule und geschädigten Ständern unter jüngeren Verkleidungen und Zementputzen
  • Feuchte, muffige Gewölbekeller, weil der bindige Tonuntergrund Sickerwasser staut und die Querlüftung fehlt
  • Frostabplatzungen und ausgewaschene Fugen an Türmen, Toren und den Resten der Stadtmauer

Postleitzahl 95473.

Welche Bauschäden sind in Lindenhardt typisch?

In Lindenhardt dominiert Größerer Ortsteil, bekannt durch die Kirche St. Michael mit dem Grünewald-Altar. Um die Kirche liegen Hofstellen und Wohnhäuser aus verputztem Bruchstein, teils mit Fachwerk in den Giebeln, dazu Scheunen und Stadel. Am Ortsrand stehen Ein- und Zweifamilienhäuser der Nachkriegsjahrzehnte. aus der Zeit Kirchdorf mit Substanz des 15. bis 19. Jahrhunderts, Wohnbebauung der Nachkriegszeit. Der häufigste Schaden ist aufsteigende Feuchte und Salzbelastung im Sockelmauerwerk der Kirche mit Schäden an Putz und Ausstattung. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Aufsteigende Feuchte und Salzbelastung im Sockelmauerwerk der Kirche mit Schäden an Putz und Ausstattung
  • Schwellen- und Balkenfäule an den Fachwerkteilen der Hofstellen und Scheunen
  • Staunässe an Kellerwänden und Bodenplatten, weil der bindige Tonuntergrund Sickerwasser nicht abführt
  • Befall der ungeheizten Dachstühle von Scheunen und Stadeln durch Hausbock und Nagekäfer

Postleitzahl 95473.

Welche Bauschäden sind in Gottsfeld typisch?

In Gottsfeld dominiert Landwirtschaftlich geprägter Ortsteil nördlich der Kernstadt. Bestimmend sind ehemalige Hofstellen mit Wohnstallhäusern, Scheunen und Stadeln aus verputztem Bruchstein und hölzernen Tragwerken, dazu einzelne Wohnhäuser jüngeren Datums. aus der Zeit Ländliche Bausubstanz des 18. und 19. Jahrhunderts, jüngere Wohnhäuser. Der häufigste Schaden ist durchfeuchtete Bruchsteinwände in ehemaligen Stallteilen mit früherem Erdanschluss und Salzeintrag aus der früheren Nutzung. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Durchfeuchtete Bruchsteinwände in ehemaligen Stallteilen mit früherem Erdanschluss und Salzeintrag aus der früheren Nutzung
  • Fäulnis an Sparrenfüßen, Schwellen und Traufbereichen der kaum noch unterhaltenen Wirtschaftsgebäude
  • Quell- und Schwinderscheinungen im bindigen Tonboden mit Setzungsrissen an Gebäuden und Anbauten
  • Feuchte- und Wärmeschutzmängel bei der Umnutzung von Scheunen und Stallgebäuden zu Wohnraum

Postleitzahl 95473.

Welche Bauschäden sind in Seidwitz typisch?

In Seidwitz dominiert Ortsteil östlich der Kernstadt am Roten Main. Gewachsener Kern mit verputzten Bruchsteinhäusern und ehemaligen Hofstellen, daran anschließend Ein- und Doppelhäuser der Nachkriegsjahrzehnte in Massivbauweise. aus der Zeit Dorfkern des 19. Jahrhunderts, Wohnbau ab den 1960er Jahren. Der häufigste Schaden ist feuchte Keller und durchnässte Bodenplatten in der Aue des Roten Mains, wo der Grundwasserstand hoch steht. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Feuchte Keller und durchnässte Bodenplatten in der Aue des Roten Mains, wo der Grundwasserstand hoch steht
  • Fehlende Horizontalsperre in den Bruchsteinsockeln des Ortskerns mit Salzschäden am Innenputz
  • Versprödete Bitumenanstriche als einzige Kellerabdichtung der Wohnhäuser aus den 1960er und 1970er Jahren
  • Wärmebrücken an Betonstürzen, Rollladenkästen und Deckenrändern der Siedlungshäuser mit Schimmel an den Fensterlaibungen

Postleitzahl 95473.

Welche Bauschäden sind in Neuenreuth typisch?

In Neuenreuth dominiert Kleiner, landwirtschaftlich geprägter Ortsteil nordöstlich der Kernstadt. Bestimmend sind Hofstellen mit Wohnstallhäusern und Stadeln aus Bruchstein mit hölzernen Dachtragwerken, dazu wenige Wohnhäuser der Nachkriegszeit. aus der Zeit Ländliche Bausubstanz des 18. und 19. Jahrhunderts, Wohnbebauung der Nachkriegszeit. Der häufigste Schaden ist staunässe und drückendes Wasser an Kellerwänden, weil der bindige Tonuntergrund Sickerwasser staut. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Staunässe und drückendes Wasser an Kellerwänden, weil der bindige Tonuntergrund Sickerwasser staut
  • Schwellen- und Balkenfäule an den Holzkonstruktionen der Scheunen und Stadel
  • Aufsteigende Feuchte und Ausblühungen im Bruchsteinmauerwerk der Wohnstallhäuser, verstärkt durch dichte Zementputze
  • Wasser in Kellern und Nebengebäuden nach Starkregen, weil die Entwässerung der Hofflächen auf den bindigen Böden versagt

Postleitzahl 95473.

Welche Bauschäden sind in Großweiglareuth typisch?

In Großweiglareuth dominiert Ortsteil südlich der Kernstadt. Landwirtschaftlich geprägter Kern mit ehemaligen Hofstellen aus verputztem Bruchstein, Scheunen und Stadeln, dazu einzelne Wohnhäuser der Nachkriegsjahrzehnte. Die Lage ist leicht erhöht und schlagregenbelastet. aus der Zeit Dörflicher Bestand des 18. und 19. Jahrhunderts, jüngere Wohnhäuser. Der häufigste Schaden ist schlagregendurchfeuchtung der Wetterseiten mit Putzrissen, Hohlstellen und Algenbewuchs. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Schlagregendurchfeuchtung der Wetterseiten mit Putzrissen, Hohlstellen und Algenbewuchs
  • Befall der ungeheizten Dachstühle von Scheunen und Ställen durch Hausbock und Nagekäfer
  • Setzungsrisse an Anbauten, weil Altbau und Anbau unterschiedlich tief auf dem quellfähigen Tonboden gegründet sind
  • Undichte Dachdeckungen und schadhafte Traufanschlüsse an den kaum noch genutzten Nebengebäuden

Postleitzahl 95473.

Was die Bausubstanz von Creußen prägt

  • Der Untergrund besteht aus Posidonienschiefer, einem Tonstein, der im Westen des Stadtgebiets zutage tritt. Bindiger, quellfähiger Tonboden führt Sickerwasser schlecht ab. Staunässe an Kellerwänden und Setzungsrisse durch Quellen und Schwinden des Bodens sind entsprechend häufig.
  • Der Ton war zugleich der Rohstoff des Creußener Steinzeugs, das vom 16. bis 18. Jahrhundert weit über die Region hinaus bekannt war.
  • Der Stadtbrand von 1893 hat große Teile von Marktplatz, Toren und Habergasse zerstört. Viel Bausubstanz der Altstadt stammt daher aus dem Wiederaufbau danach, errichtet ohne wirksame Horizontalsperre.
  • Im April 1945 wurden bei Kampfhandlungen 18 Häuser, 9 Scheunen und 5 Ställe zerstört. In den betroffenen Bereichen steht Bausubstanz des Wiederaufbaus der späten 1940er und 1950er Jahre mit den bekannten Themen Wärmebrücken und asbesthaltige Bauteile.
  • Die Reste der Stadtbefestigung von 1358 bis 1361 stehen unter Denkmalschutz. Sie sind Schlagregen und Frost ungeschützt ausgesetzt, Fugenauswaschung und Frostabplatzungen sind dort die Regel.

Warum die Bauepoche über die Schäden entscheidet

Jede Bauepoche hat ihre Schwachstellen, und sie wiederholen sich. Fachwerk versagt an der Schwelle, Sandstein sandet ab, Gründerzeitbauten leiden an Holzbalkenköpfen und aufsteigender Feuchte, Nachkriegsbauten an Wärmebrücken und Flachdächern, Neubauten an Restfeuchte und zu dichter Gebäudehülle. Wer weiß, in welcher Epoche ein Haus gebaut wurde, weiß, wo er zuerst hinschauen muss.

Was eine Begutachtung kostet, steht im Ratgeber: Was kostet ein Bausachverständiger? Der Stundensatz liegt zwischen 90 und 180 Euro, die Gesamtkosten beginnen bei 750 Euro und richten sich nach Objekt und Umfang.